Das Wiegen vor und nach der Dialyse, die Bestimmung der erlaubten Trinkmenge und des notwendigen Flüssigkeitsentzuges sind zentrale Themen der Dialyse. Insbesondere, weil es keine medizinisch definierten Parameter gibtum die eingelagerte Flüssigkeitsmenge während der dialysefreien Tage genau zu bestimmen. Als Bezugsgröße dient das Soll- bzw. Trockengewicht, das an sich mehr oder weniger nur geschätzt werden kann und im Verlauf häufig korrigiert werden muss. Gute fachliche Kenntnisse und viel Berufserfahrung der betreuenden Dialysefachkräfte, sind deshalb besonders wichtig.
Das Körpergewicht kann sich unter Anderem durch die Ab- oder Zunahme von Muskelmasse oder Körperfett verändern. Innerhalb von 1-2 dialysefreien Tagen nur geringfügig, aber gerade deshalb wird diese Veränderung manchmal übersehen. Optimalerweise sollte die Anpassung des Sollgewichtes gleichzeitig erfolgen. Falsch eingeschätzte Flüssigkeitseinlagerungen können eine Mangelernährung einige Zeit überdecken, in Folge dessen kommt es zu einer Abnahme an Muskelmasse und einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
Weitere Parameter zu Einschätzung eingelagerter Flüssigkeit sind Oedeme der Augenlider, sowie an Armen und Beinen; größerer Bauchumfang, erhöhter Venendruck, vermehrter Hauttugor (Druckpunkt in der Haut, der sich nicht sofort zurückbildet) sowie Luftnot. Erfahrene Pflegekräfte berücksichtigen all diese Anzeichen zur Einschätzung des notwendigen Flüssigkeitsentzuges.
Die Entfernung der Flüssigkeit während der Dialyse ist begrenzt auf etwa 2 Liter innerhalb 4 Stunden Dialyse. Mehr und schnellerer Entzug führt meistens zu Kreislaufproblemen und Krämpfen. Deshalb ist es notwendig, dass die Trinkmenge an dialysefreien Tagen, die Menge der Harnausscheidung nicht wesentlich überschreitet.
Eine Anleitung zum Protokollieren der Trink- und Ausscheidungsmenge ist als Download auf der Internetseite
http://www.ernaehrung-lueneburg.de/ unter: Schwerpunkte / Essen und Trinken bei Dialyse / zu finden
Fachliche Verbesserungsvorschläge und Anregungen zu Inhalt und Gestaltung dieses Protokolls sind erwünscht.
- Therapie und Beratung bei ernährungsbedingten Erkrankungen -
Ulrike Fuchs Diätassistentin - Nephrologische Ernährungstherapie / VDD Diätküchenleiterin / DGE Am Sande 48 21335 Lüneburg Telefon: 04131 / 22 31 111