Essstörungen sind psychogene (seelisch bedingte) Erkrankungen mit somatischen Symptomen (körperlichen Krankheitszeichen) und meistens sozialen Konsequenzen.

Essstörungen

  • können ärztlicherseits auf Grund körperlicher Untersuchungsbefunde und Laborparameter diagnostiziert und als psychosomatische Erkrankung bescheinigt werden.
  • Sind als psychosomatische Erkrankungen mit Übernahme der Behandlungskosten bei den Krankenkassen anerkannt.
  • Können in erster Linie psychotherapeutisch behandelt werden.
  • Können durch Ernährungsberatung / Ernährungstherapie in ihrem Heilungsverlauf unterstützend behandelt werden.

Unter dem Begriff Essstörungen versteht man im Wesentlichen drei Krankheitsbilder:

  • Magersucht (Anorexia nervosa) Hungern bis hin zu lebensbedrohlichem Untergewicht
  • Ess-/ Brechsucht (Bulimia Nervosa) Ein Kreislauf aus Diätversuchen, Essanfällen und selbst ausgelöstem Erbrechen
  • Psychogene Essstörung (Bing-Eating-Störung) meist mit Übergewicht verbunden. Anfallartiges oder ständiges Überessen ohne Erbrechen.

Erste Hinweise auf eine beginnende Essstörung sind zum Beispiel:

die übertriebene Beschäftigung mit Nahrung. Ständige Gedanken um das Essen bzw. Nichtessen. Tägliches Wiegen, Nörgeleien über das Körpergewicht und über bestimmte Körperpartien. Der Umstieg auf eine anscheinend gesunde, oft auch fleischlose Nahrung, wobei gleichzeitig von den gesunden Lebensmitteln immer weniger gegessen wird. Der Verzicht auf Nahrung wird dazu benutzt, Gefühle zu unterdrücken oder Konflikte zu vermeiden. Essstörungen können auch eine Antwort auf Überforderung, innere Leere oder die Angst vor Nähe - bei gleichzeitigem Wunsch danach - sein, sowie eine Reaktion auf Ärger oder manchmal sogar Freude.

Anlass, Möglichkeiten und Ziele einer Ernährungstherapie bei Essstörungen!

Die Wahrnehmung selbst regulierender Empfindungen wie Hunger, Appetit und Sättigung ist gestört. Das Ernährungsfehlverhalten ist meistens über Jahre zur Gewohnheit geworden. Die Einschätzung einer bedarfsgerechten Nahrungsaufnahme ist weitgehend irreal.

Möglichkeiten: In der Ernährungsberatung werden rationale Kenntnisse zur einer altersentsprechenden bedarfsgerechten Ernährung vermittelt und in der Ernährungstherapie trainiert. Ernährungspläne, Tagesbeispiele und Speisepläne sind Anleitungen, mit Hilfe derer ein bedarfsgerechtes Ernährungsverhalten geübt wird. Sowie ein Hilfsmittel mit dem vorübergehend eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes vermieden werden kann, bis eine psychotherapeutische Behandlung einen Heilungsprozess bewirkt.

Ziele: Befähigung der Betroffenen zur Durchführung einer bedarfsgerechten Nahrungsaufnahme auf Grund des notwendigen Wissens und Hilfestellung zur praktischen Umsetzung. Vermittlung von Sicherheit bei Auswahl und Menge der Lebensmittel - Wiedergewinnung des Bezuges zu einem Essverhalten, dass dem Bedarf entspricht. Unterstützung des Heilungsverlaufes.

- Therapie und Beratung bei ernährungsbedingten Erkrankungen -

Ulrike Fuchs
Diätassistentin - Nephrologische Ernährungstherapie / VDD
Diätküchenleiterin / DGE

 

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