Viele Menschen werden als Folge eines Diabetes dialysepflichtig. Der extreme Gebrauch bestimmter Schmerzmittel kann das Nierengewebe schädigen. Entzündungen, Nierenzyste und besonders Bluthochdruck können zu einer Funktionseinschränkung der Nieren führen. Daran erkrankte Personen sollten Ihre Nieren durch eine bedarfsgerechte Ernährung schonen.
Die Ernährungs-Situation
Der Bundesbürger ernährt sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur zu fettreich, zu süß und zu salzig, sondern auch zu eiweißreich bei gleichzeitiger oft geringer Flüssigkeitszufuhr.
Die Nieren benötigen reichlich Flüssigkeit, um ihrer Filterfunktion nachkommen zu können. Harnpflichtige Substanzen, wie der Harnstoff der beim Eiweißabbau entsteht, werden durch die Nieren aus dem Blut entfernt. Viel Eiweiß zu essen und gleichzeitig wenig zu trinken, stellt eine Belastung für die Nieren dar.
Der Bedarf an Eiweiß liegt, laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), bei 0,8 g / kg Körpergewicht pro Tag. Also benötigt ein 70 kg schwerer Mensch ca. 56 g Eiweiß pro Tag. Laut Ernährungsbericht 2004 verzehrt der Bundesbürger durchschnittlich weit mehr als 80 g Eiweiß, häufig über 100 g Eiweiß, pro Tag.
Gesunde Nieren bewältigen den hohen Eiweißgehalt in unserer Ernährung problemlos. Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion geht es durch diese Stoffwechselbelastung jedoch schlechter als es sein müsste, und die Erkrankung schreitet zudem schneller fort.
Frühstadien einer Nierenerkrankung
Eine verminderte Nierentätigkeit bleibt häufig lange Zeit unbemerkt. Darauf will auch die Aktion zum Weltnierentag am 13. März 2008 der Gesellschaft für Nephrologie aufmerksam machen. Nierenerkrankungen verlaufen meistens stumm, also ohne Schmerzen. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen in Bezug auf Nierenerkrankungen besonders wichtig.
Erst wenn die Nierenfunktion bereits zu ca. 50 % eingeschränkt ist, sind erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte im Blut feststellbar. Eine Umstellung der Ernährungs-weise kann den weiteren schleichenden Verlauf der Erkrankung jetzt günstig beeinflussen.
Geht die Nierenfunktion auf 30 % zurück, stellt sich bei vielen Betroffenen, auf Grund einer erhöhten CO²-Ausatmung und einer vermehrten Wassereinlagerung, Luftnot ein. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Sehstörungen können weitere unspezifische Symptome sein. Zur Dialyse kommt es, wenn die Restfunktion der Nieren nur noch bei einer glomeruläre Filtrationsrate (GFR) von 5 -10 ml / Min. liegt. Die Filtrationsrate gesunder Nieren beträgt 100 -120 ml / Min.
Die Ernährungs-Umstellung
Die Früherkennung einer Nierenerkrankung mit gezielter und ausführlicher Information und Schulung zur Ernährung und Lebensweise, in Kooperation mit der ärztlichen Therapie und Blutdruckregulation, kann einigen Betroffenen die Dialyse ersparen.
Gut geschulte Ernährungsberater - Diätassistenten mit Weiterbildung zur nephrologischen Ernährungstherapie - verfügen über die notwendigen Kenntnisse eine angepasste, dem Stadium der Nierenschädigung entsprechende, Ernährungsweise zu vermitteln.
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